Slide background Räuber Hotzenplotz vom 25. Juni –
30. Juli 2017
Slide background Magdalena vom 30. Juni
22. Juli 2017

Die Geschichte der Burgspiele Parsberg

1982 fand sich im „Gasthof zu Hirschen“ eine Gruppe engagierter Parsberger Bürger zusammen, um die alte einhundert Jahre alte Tradition des Theaterspielens wieder aufleben zu lassen. Die Volkshochschule Parsberg stellte sich großzügiger Weise für den Neubeginn als Verantwortlicher zur Verfügung. So sah man sich in der Lage, die Idee zur konkretisieren, und mit Hilfe des von der VHS engagierten Regisseurs Herbert Müller, der ja bereits seit 1981 die „Schloßspiele Neumarkt“ künstlerisch betreute, konnte das Freilicht-Festspiel „Haug von Parsberg“ in einer Neubearbeitung des Regisseurs auf die Bühne der Burg gebracht werden. Herbert Müller übertrug das 1950 geschriebene Stück in die heutige Sprache und bereicherte es mit zusätzlichen sechs „komischen Figuren“, die aus authentischer Renaissance-Literatur entnommen wurden. Die mit Spannung erwartete Premiere am 15 . Juli 1983 war erfolgreich, so dass sich die Verantwortlichen einig waren: Es soll und muss weitergehen!

1984: Regisseur Herbert Müller, der als Oberspielleiter am Städtebundtheater Hof engagiert war, konnte aus beruflichen Gründen die Burgspiele nicht weiter betreuen. Auf seine Empfehlung hin übernahm ab Sommer 1984 Manfred Janikulla, der beruflich in der Verwaltung der Württembergischen Staatstheater Stuttgart tätig war, die künstlerische Leitung der „Burgspiele Parsberg“.

Trotz der enormen beruflichen Belastungen im Management einer der großen deutschen Bühnen gelingt es Janikulla in den folgenden 24 Jahren eine kontinuierlich arbeitende Theatertruppe mit einem festen Kern zu begeistern. Es gilt dabei zu erwähnen, dass keines der Ensemblemitglieder – weder Schauspieler und Musiker noch Techniker und Maskenbildnerinnen – organisatorisch ans Theater gebunden sind. Es gibt keinen „Theaterverein Burgspiele“ oder dergleichen. Jedes Jahr gilt auf´s Neue: „Wer mitmachen will, soll mitmachen!“

Bei der Auswahl der Stücke wendet sich Manfred Janikulla der reichen Theatertraditon des bürgerlichen Wien zu und greift auf das vielfältige Repertoire bayerischer Autoren zurück, ohne aber einseitig der Entwicklung der Parsberger Bühne enge Grenzen zu setzen. Mit „Mirandolina“, „Jedermann“ oder Themenabenden hat Janikulla den Beweis erbracht, das Laientheatern die Präsentation von Werken verschiedener Theatertraditionen, -epochen und –genres offen steht.

Als eine tragende Säule des Parsberger Theaterkonzepts gilt die Live-Musik. Ein kleines Orchester begleitet die Schauspieler beim Vortrag witziger Parodien und alter, aber immer aktueller Couplet-Texte. Und außerdem fällt immer einem der Sänger eine neue Strophe zu Politik und Zeitgeschehen ein.

Und so ergeht an Manfred Janikulla und an alle, die schauspielern, Bühnen bauen, malen oder helfen wollen, der Aufruf: „Wer mitmachen will, soll mitmachen!“